Herzöge reisen nach Dorsten
Am kommenden Spieltag geht es für die Herzöge Wolfenbüttel zum direkten Tabellennachbarn nach Dorsten. Die BG rangiert im Moment auf dem siebten Tabellenplatz, während das Team von Benjamin Travnizek den achten Platz inne hat. Alleine diese Konstellation birgt für genug Spannung im Rennen um die begehrten Play-off Plätze.
In den letzten sechs Spielen haben die Dorstener den erspielten Vorsprung auf den neunten Platz mit 5 Niederlagen ein wenig eingebüßt. Einzig das Stadtderby gegen Wulfen konnte das Team von Trainer Torsten Schierenbeck gewinnen. Für die Herzöge geht es nicht nur um zwei Punkte in Dorsten, sondern auch um den direkten Vergleich, der in der Endabrechnung der Tabelle wertvoll werden könnte. Da die Lessingstädter das Hinspiel zu Hause mit 9 Punkten verloren haben, wird ein Sieg mit zehn Punkten Vorsprung benötigt, um den Vergleich für sich zu entscheiden. Dass dies eine richtig schwere Aufgabe für Knopke und Co. wird, hat das Hinspiel in der Lindenhalle schon gezeigt. Im gesamten Saisonverlauf tragen die beiden US-Amerikaner Terry Bryant mit 18,8 sowie Blake Poole mit 15,2 Punkten und 13 Rebounds pro Partie die Hauptlast im Dorstener Spiel. Unterstützung bekommen die beiden in erster Linie von Nderim Pelaj und John Cadmus, die ebenfalls zweistellige Punktwerte erzielen. Den Abgang von Youngster Deon McDuffie kompensierten die Dorstener mit der Nachverpflichtung von Gene Hagner, der seit zwei Spielen den ausgeglichen besetzten Kader verstärkt.
Die Herzöge müssen konzentriert zu Werke gehen und den Kampf unter dem Korb mit Blake Poole aufnehmen, um das Spiel erfolgreich gestalten zu können. Außerdem gilt es die schnellen Guards im Zaum zu halten. Diese Aufgaben wird das Team von Benjamin Travnizek ohne Martin Kemp angehen müssen. Kemp fällt weiterhin aus, nachdem er vor einer Woche im Training umgeknickt war. "Wir werden hoch motiviert in das Spiel gehen", sagt Trainer Travnizek. "Wir wissen was wir können und um was es geht. Die Jungs wollen in die Play-offs. Dafür wäre ein Sieg in Dorsten immens wichtig."
Toller Basketball in Wolfenbüttel
Das Endergebnis zeigte nicht die ganze Wahrheit des Spiels, und fiel vielleicht ein paar Punkte zu hoch aus. Dennoch sicherten sich die Gäste aus Vechta mit 78-91 (44-44) völlig verdient den Sieg bei den Herzögen aus Wolfenbüttel.
Drei Viertel lang war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen beider Mannschaften. Von Beginn an war die Intensität mit der beide Teams zu Werke gingen in der Halle spürbar. Und es entwickelte sich ein sehr gutes Basketballspiel auf hohem Niveau. Zunächst waren die Herzöge ein wenig im Vorteil und profitierten von ihrer guten Verteidigungsarbeit. Einzig Marcus Smallwood auf Gästeseite hielt seine Farben mit beeindruckenden Aktionen im Spiel. Auf Seiten der Hausherren waren es insbesondere Reggie Owens und Henje Knopke, die die Geschicke lenkten. Tolle Kombinationen und sehenswerte Treffer brachten die gut gefüllte Lindenhalle auf Temperatur.
Auch in der zweiten Halbzeit ging das intensive Spiel beider Mannschaften weiter und die Herzöge konnten wieder leicht in Führung gehen. Doch im vierten Viertel war dem Team von Benjamin Travnizek spürbar der Kräfteverschleiß anzusehen. In der Verteidigung kamen die Herzöge nun meist einen Schritt zu spät und Vechta nutzte die Fehler im Stile einer Klassemannschaft zu sicheren Dreiern. Auch unter dem Korb hatten die Lessingstädter wieder ihre Probleme, was sich an der Bilanz von 27-48 bitter zeigt. Ein letztes Aufbäumen in Person von Marquis Jones blieb erfolglos und so kam das Team von Pat Elzie aufgrund des längeren Atems und der individuellen Klasse zum verdienten Erfolg. Die Zuschauer applaudierten nach dem Spiel beiden Mannschaften für ein wirklich tolles Basketballspiel.
Herzöge: Owens 16; Nawrocki 6Reb.; Jones 22; Knopke 16/8 Ass.; Staebe 10/6 Reb.; Schubert 6; Adams 2; Hart 5; Cantürk.
Basketball-Leckerbissen in Wolfenbüttel - Herzöge empfangen Topteam aus Vechta
Am kommenden Samstag treffen die Herzöge um 17h in der Lindenhalle auf einen der absoluten Ligafavoriten. Der SC Rasta Vechta tut alles dafür, um den Aufstieg in die ProA zu schaffen. Neben dem Bau einer neuen Halle wurde und wird auch groß in die Mannschaft investiert.
So wurden vor der Saison bereits Hochkaräter wie zum Beispiel Flavio Stückemann verpflichtet. Aber auch während der Spielzeit legten die Rastaner noch einmal kräftig an Spielermaterial nach. Mit dem Ex-Braunschweiger und BBL-Erfahrenen Dirk Mädrich und dem kürzlich vom MBC verpflichteten Marcus Smallwood untermauert das Team von Trainerfuchs Pat Elzie seine Ambitionen. Einzig der ganz große Erfolg will sich noch nicht einstellen. Zwar belegt Vechta den dritten Tabellenplatz, doch gab es immer wieder Rückschläge für das Team. So gab es zum Beispiel am vergangenen Wochenende eine Heimpleite im Topspiel gegen Hannover und das Hinspiel der Herzöge in Vechta ging für die Gastgeber nach legendärer, dreifacher Verlängerung verloren. Nichts desto Trotz verfügt das Team von Pat Elzie über außergewöhnliche Einzelspieler, die an einem guten Tag ein Spiel alleine entscheiden können. So erzielen nicht weniger als sechs Spieler zweistellige Punktwerte pro Spiel. Mit 16,5 Zählern im Schnitt avancierte Neuzugang Marcus Smallwood sofort zum Topscorer. Mit ihm und Center Dirk Mädrich hat Vechta eine ganz starke Garde unter den Körben, die im Zusammenspiel mit den Guards Stückemann, Reid und Boadu eine ProA taugliche erste Fünf stellen.
Vermeidbare Niederlage in Leverkusen
Am Ende machte ein Mann in diesem Spiel den Unterschied aus. Der Leverkusener Matthias Goddek traf beim 79-71 (48-40) seiner Giants gegen die Herzöge Wolfenbüttel zehn seiner elf Dreierversuche. Doch der Reihe nach.
Beiden Mannschaften merkte man an, dass dies ein wichtiges Spiel um die Teilnahme an den Play-Offs ist. Insbesondere auf Seiten der Herzöge gab es zu Beginn einige Ballverluste. Aber auch die Gastgeber zeigten Nerven, und so stand es nach fünf Minuten lediglich 12-5. Danach wurde das Spiel ansehnlicher. Das Team von Benjamin Travnizek versuchte unter den Korb zu kommen und in Person von Reggie Owens und Nils Staebe zu punkten. Dies gelang nicht wie geplant und so gerieten die Herzöge immer weiter ins Hintertreffen, weil auf der anderen Seite Matthias Goddek zur Hochform auflief. Egal welche Verteidigungsvariante die Lessingstädter gegen den 1,96 m Guard aufboten, er traf schlafwandlerisch sicher. "Der hätte heute wahrscheinlich auch aus der Kabine getroffen", scherzte Herzöge Präsident Junger nach dem Spiel. Immer wenn die Herzöge sich wieder herangekämpft hatten, war Goddek mit einem Dreier zur Stelle und nahm den Herzögen die Luft. Doch diese steckten trotzdem nie auf und waren beim Zwischenstand von 63-60 noch einmal dran. Doch auch in dieser Situation gab es die Antwort von der Dreierlinie. So war es am Ende ein verdienter, aber auch vermeidbarer Sieg der Hausherren. "Meine Jungs waren heute im Kopf nicht so wach wie noch gegen Berlin", erläuterte Trainer Travnizek die Niederlage nach dem Spiel. Einzig Henje Knopke und Marquis Jones erreichten Normalform.
Diese und noch ein bisschen mehr wird für alle aber nötig sein, um am kommenden Samstag gegen das Top-Team aus Vechta vor eigenem Publikum zu bestehen.
Herzöge: Owens 6; Nawrocki 4; Jones 23; Knopke 17; Staebe 4/5 Reb.; Schubert 7; Adams; Kemp; Hart 10; Cantürk.